| Überblick | Großmeister | Aufbau | Regeln |
Die Shindenfudo Ryu wurde Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet. Ihr erster Großmeister (Soke) war Izumo Kanja Yoshiteru (ebenfalls Gründer der Kukishinden Ryu). Als eigentlicher Gründer wird des Öfteren auch Hachiman Tamenori Minamoto (der zweite Großmeister der Ryu) angegeben. Grundlegend strukturiert wurde der Stil von Hachiro Tameyoshi Minamoto (dem dritten Großmeister). Dr. Masaaki Hatsumi ist unter anderem der 26. Soke der Shindenfudo Ryu.
| Überblick | Aufbau | Regeln |
|
|
|
|
|
1.
|
Izumo, Kanja Yoshiteru (Kumano) | Yeikyu (113) |
| 2. | Minamoto, Hachiman Tamenari | Genyei (118) |
| 3. | Minamoto, Hachiro Tameyoshi | Hogen (1156) |
| 4. | Mizuhara, Kuro Yoshinari | Genyku (1204) |
| 5. | Mugaibo, Shinnen | Tempuku (1233) |
| 6. | Ohkuni, Zenhachiro Yoshinobu | Bunyie (1264) |
| 7. | Hata, Saburo Sasukeyasu | ? (?) |
| 8. | Kotani, Yuhachiro Nobuchika | Geboko (1321 oder 1331) |
| 9. | Kaneko, Jinsuke Yoshikyo | Shohei (1346) |
| 10. | Tajima, Genkoro Nariyoshi | Genchu (1384) |
| 11. | Kammon, Kokanja Yoshikane | Shocho (1428) |
| 12. | Kimura, Hozen | Kwancho (1460) |
| 13. | Ibuki, Yoshihaha | Bummei (1469) |
| 14. | Otsuka, Hakushi Nyudo Tadamori | Yeisho (1506) |
| 15. | Otsuka, Daikuro Tadahide | Taiyei (1522) |
| 16. | Abe, Muga | Tensho (1573) |
| 17. | Koga, Taro Kyokokaku | Tensho (1573) |
| 18. | Katayama, Hokinokami Mori Hisayasu | Bunroku (1592) |
| 19. | Shindo, Unsai | Kwanyei (1624-1644) |
| 20. | Odagiri, Tohyoe Yoshihiso | Kwanyei (1624-1644) |
| 21. | Iida, Jubee Tameyoshi | Meiwa (1764) |
| 22. | Mori, Genroku Masahide | Bunkwa (1804) |
| 23. | Toyota, Jubei Mitsuyoshi | Keiyo (1865) |
| 24. | Toda, Shinryuken Masamitsu | Meiji (?) |
| 25. | Takamatsu, Toshitsugu | Taisho (1909) |
| 26. | Dr. Hatsumi, Masaaki | Showa (1968) |
| Überblick | Großmeister | Regeln |
Die Shindenfudo Ryu zerteilt sich in Jutai Jutsu und Dakentai Jutsu. Der Schwerpunkt liegt auf dem Jutai Jutsu, das Nage Waza (Wurftechniken), Ha Jutsu (Entkommen), Gyaku Waza (Gegentechniken), Shime Waza (Würgetechniken), Tori Te (Halten und Umstoßen), Kansetsu Waza (Hebeltechniken) und Osaekomi Waza (Haltetechniken im Boden / Niederdrücken) beinhaltet.
Von einander abweichende Kamae (Kampfstellungen) finden sich nur im Jutaijutsu und nicht im Dakentaijutsu, wo man sich in der Regel in Shizen No Kamae (natürliche Stellung) befindet. Die fünf Kampfstellungen (Goho No Kamae) der Shindenfudo Ryu Jutaijutsu sind:
An dieser Stelle seien einige Überlegungen zu den beiden Kampfmethoden Kosshijutsu und Koppojutsu angeführt, da es darüber viele Missverständnisse gibt. Kosshijutsu und Koppojutsu sind streng genommen keine Unterteilungen des Dakentaijutsu, sondern stellen vielmehr Kampfprinzipien dar. Daher ist es im Grunde genommen unpräzise, Kosshijutsu verallgemeinernd als die «Kunst des Muskel- und Nervenangriffs» und Koppojutsu simplifizierend als die «Kunst des Knochenbrechens» zu bezeichnen. Im Kosshijutsu der Gyokko Ryu beispielsweise werden bevorzugt Finger- und Handtechniken in einem Winkel von 45° Grad gegen die Kyusho (lebenswichtigen Stellen des menschlichen Körpers [die heute im Bujinkan verwandten Kyushu-Bezeichnungen entstammen der Koto Ryu Koppojutsu]) des Körpers ausgeführt. Es gibt jedoch in der Gyokko Ryu eine Reihe von Kata, die gegen nicht im klassischen Sinne «weiche» Angriffsziele des menschlichen Körpers vorgehen. Ausschlaggebend für eine Typisierung des Kosshijutsu ist daher vielmehr die Art und Weise des Angriffs (in der Gyokko Ryu resultiert die Kraft des Angriffs aus rotierenden Drehbewegungen des ganzen Körpers und aus dem Einsatz des Rückgrades) und die eingesetzte (natürliche) Waffe. Kosshijutsu kann auch als die Fähigkeit verstanden werden, einen Gegner mit nur einem Finger niederzustrecken. Kosshi steht somit für den Archetypus jeglicher Kampfkunst.
Die Techniken des Koppojutsu beruhen auf der genauen Kenntnis der menschlichen Skelettstruktur (Kohtsu Po), die bevorzugt unter Einsatz des gesamten Bewegungsmoments angegriffen wird. Im Koppojutsu erfolgen die Angriffe sowohl in einem Winkel von 45° Grad gegen die Kyushu-Punkte als auch in einem Winkel von 90° Grad gegen die Knochen.
Kosshijutsu- und Koppojutsu-Techniken werden demnach nicht nur in zum Teil denselben Winkeln sondern auch gegen identische Angriffsziele des menschlichen Körpers ausgeführt. Ausschlaggebend für eine Unterscheidung dieser beiden Kampfmethoden /-prinzipien ist daher das WIE und das WOMIT.
Aber auch in Bezug auf eine Unterscheidung von Dakentaijutsu und Jutaijutsu herrscht oftmals Unklarheit. Dakentaijutsu wird nicht ausschließlich gegen Schläge und Tritte und Jutaijutsu nicht nur gegen Griff- und Wurftechniken angewandt. Dakentaijutsu und Jutaijutsu sind vielmehr beides Kampfmethoden gegen jede Art von Angriff (unabhängig von der Art des Angriffs)!
Dakentaijutsu meint im Grunde genommen, dass man den Gegner «niederschlägt», d.h. man schlägt den Gegner mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln so hart, lange und oft, bis er zu Boden geht. Während des Fallens schlägt man weiter auf ihn ein und selbst am Boden setzt man dies gegebenenfalls fort, bis sein Kampfeswille oder aber sein Körper «zerstört» ist. Dakentaijutsu enthält nicht nur Schlagtechniken, sondern auch viele Arten von Würfen. Das Dakentaijutsu besteht in diesem Fall in der Wurfart bzw. noch konkreter in der Ausführung eines Wurfes. Man kann auch mit einem Wurf einen Gegner derart auf den Boden schmettern, dass er endgültig «zerstört» ist.
Im Jutaijutsu zieht man einen Nutzen daraus, dass der Gegner kein Ukemi / Kaiten beherrscht. Alle Hebel, Würfe usw. erzielen den größten Effekt dadurch, dass ein ungeübter Gegner hart auf den Boden fällt bzw. gegen irgendein Hindernis (Baum, Wand, Möbel, Auto usw.) stößt und sich in beiden Fällen dadurch entweder gravierende Verletzungen zufügt oder aber zumindest derart mit dem Versuch, den Fall / Sturz zu mindern, beschäftigt ist, dass währenddessen oder unmittelbar in Folge darauf angewandte Techniken gegen ihn zum Erfolg führen.
Nachfolgend sind sechzehn grundlegende Schlag- bzw. Stoßmöglichkeiten (Hoken Juroppo Ken) aufgelistet, die auch in der Shindenfudo Ryu Verwendung finden:
Das wichtigste Prinzip der Shindenfudo Ryu ist die Wahrung der Natürlichkeit (das Befolgen natürlicher Prinzipien). Eine Empfehlung lautet dahingehend, dass man oft in der freien Natur unter Ausnutzung aller natürlichen Gegebenheiten (Bäume, Steine usw.) trainieren sollte. Die defensive Kampfeshaltung und -weise des Stils resultiert aus einer grundsätzlich defensiven und dadurch äußerst wachsamen Geisteshaltung.
Shindenfudo Ryu beinhaltet die Waffentechniken Naginata Jutsu (Hellebardentechniken), Yari Jutsu (Speertechniken), Kenjutsu (Schwerttechniken), Ono Jutsu (Techniken mit der Kriegsaxt) und O Tsuchi Jutsu (Techniken mit dem «Kriegshammer») sowie in Verbindung zum Tai Jutsu (unbewaffneter Kampf) Hojo Jutsu, d.h. die Kunst des Fesselns.
Als Spezialtechniken der Shindenfudo Ryu gelten wie bereits erwähnt die Jutai Jutsu-Techniken sowie weiterhin Iai Jutsu-Techniken (die Kunst des Schwertziehens und -schneidens).
| Überblick | Großmeister | Aufbau |